Die Hexe Backa Racka - Ein Musical für Kinder

Text: Werner Schrader, Musik: Heinz Lemmermann

Melanie und Florian
Liebhaber von Musicals, zumal solcher, die für Kinder geschrieben wurden, erlebten am Sonntag in der Aula der Dannenberger Bernhard-Riemann-Realschule die Aufführung des Musicals "Die Hexe Backa Racka" mit dem Text von Werner Schrader und der Musik von Heinz Lemmermann. Um es gleich zu sagen: Der Weg hat sich wieder einmal gelohnt. Fast 50 Kinder und eine ungenannte Zahl von im Hintergrund agierenden und assistierenden Eltern boten eine überzeugende Leistung, die als weiterer Meilenstein in der Arbeit des Vereins Regenbogenkids e.V. gilt.

Friederike Kampferbeck, seit Jahren qualifizierte Chorleiterin des Kinderchores, hat es verstanden, auch jetzt wieder eine große Schar von Kindern für das Projekt "Musical für Kinder" zu begeistern. Nur wer die Arbeit in einem derartigen Chor kennt, weiß um die Probleme, die es im Vorfeld einer derartigen Aufführung zu lösen gilt. Raum-, Finanz- und sogar Rechtsfragen, Aktivitäten der Kinder und der Eltern, die Fragen, wer ist für welche Rolle geeignet, wer ist verlässlich, auch wenn es um Sonderproben in der Freizeit geht - all das und alle unvorhergesehenen Probleme wie plötzliche Krankheit und vieles andere mehr müssen durchgestanden werden, ehe es dann richtig losgeht.

Und so kam man gespannt in die Aula, erlebte aufgeregt umherlaufende Kinder - und hier und da auch Eltern - und war neugierig, was die Kinder bieten würden. Unterstützt von Mechthild Rehwinkel am Flügel - sie war wie bei früheren ähnlichen Unternehmungen einmal mehr ein überaus sichere und einfühlsame Begleiterin - sangen und spielten die Kinder unter der Leitung ihrer Chorleiterin in einer erfrischenden und wohltuenden Fröhlichkeit, die auch die vielen Besucherinnen und Besucher ansteckte. Die Hexe Backa Racka - Julia-Marie Selent - aus dem Feuchtwiesener Mischwald neben dem siebzehnten Baum vom Feldweg nach Honigwabenzell - so die im Programm nachzulesende Wohnungsbeschreibung - überzeugte mit ihren beiden Raben Knax (Juli Biemann) und Knux (Wiebke Kampferbeck) in jeder Szene aufs Neue. Sie lernte das Fliegen auf dem Besen, sie gewann die Sympathie des Polizisten (Marie Kämmerer), sie heilte die Patienten Matthias Hüppner mit seiner Erkältung, Sofie Maatsch (ebenfalls erkältet) , Jana Wachsmann mit der Armschlinge, Vera Austrup mit verbundenem Arm sowie Bea Scharnitzki mit den Krücken in der Sprechstunde von Dr. Klageviel (Julia Schulze) und seiner Arzthelferin (Carlotta Nilius), ja sie ließ Arzt und Krankenschwester singend durch das Wartezimmer tanzen.

Lange hat Backa Racka gebraucht, bis sie selbst das Fliegen mit dem Besen gelernt hat. Nur allzu mühsam findet sie nach einem nächtlichen Traum das richtige Zauberwort, wobei ihr ihre beiden Raben immer wieder zur Seite stehen und ihr klarmachen, dass sie ohne diese beiden eigentlich nichts zustande bringt. Und dann sind da noch die beiden Schulkinder Melanie (Annika Fricke) und Florian (Chantal Tokarz) zu erwähnen, die miteinander um die Existenz von Hexen streiten. Der Besen kann nicht entscheidend für das Fliegen sein, es muss an der Hexe und den beiden Raben liegen. So lässt der Polizist von zwei Männern (Marian Renz und Jacob Nilius) den Besenstil des Hexenbesens zersägen. Doch da findet man keinen Hinweis auf die Flugmöglichkeiten. Selbst das Röntgenbild der Hexe gibt Rätsel auf, da es zeigt, dass sie ihr Herz "auf dem rechten Fleck" hat. "Hexorali metaphoru" heißt der Zauberspruch der Hexe, und mit ihm und ihren beiden Raben Knax und Knux stellt sie in diesem Musical allerhand an.

Am Ende kann man feststellen: Es waren alles nur sympathische Sachen, die den Menschen, die der Hexe begegnet waren, geholfen haben. Sympathisch waren die Kinder, die Kleinen und die Größeren, engagiert und alle Zeit zur Stelle waren die Erwachsenen auf und hinter der Bühne, und überlegt und für die Kinder eine stets sichere Chorleiterin war Friederike Kampferbeck. Ihr ist es gelungen, zum wiederholten Male viele Kinder zum Mitmachen zu gewinnen, sie "bei der Stange zu halten" und mit ihnen und den ungenannten Helferinnen und Helfern eine bis zum Schluss konzentrierte und alle begeisternde Aufführung dieses Musicals zu bieten. Am Ende großer Applaus, herzlicher Dank aller, die mitgemacht und die zugehört haben, und auch an alle, die finanziell geholfen haben, dass ein derartiges Vorhaben gelingen kann, und der Zuspruch, auf diesem Wege weiterzumachen und immer wieder neu auf Kinder zuzugehen und ihnen die eigene Begeisterung weiterzugeben - noch lange wird es in den Häusern nachklingen. "Wir lassen von uns hören" so lassen die Autoren Werner Schrader und Heinz Lemmermann ihr Musical enden. Die Dannenberger und viele Andere warten, bis es wieder heißt: "Die Regenbogenkids singen, spielen und musizieren"

Jan-Jürgen Wasmuth

Backa Racka mit Knax und Knux
Die Patienten im Wartezimmer bei Dr. Klageviel
Das Röntgenbild
Die Regenbogenkids